Zu DDR Zeiten gab es sogenannte FDGB Heime, dass waren Erholungseinrichtungen der Gewerkschaften für die arbeitende Bevölkerung. Dort konnten Arbeitnehmer über ihren Betrieb Urlaub machen zu einem sehr geringen Eigenkostenanteil. Die meisten lagen im Harz oder an der Ostsee. Nach der Wende wurden 90 % geschlossen, da sich keiner fand sie privat weiter zu betreiben und so wurden sie zu Ruinen. Eins dieser vergessenen Objekte habe ich besucht und würde es euch gern zeigen, wie es nach 36 Jahren Leerstand aussieht.
Das Objekt mit diesem besonderen Eingang wurde 1952 erbaut in einer idyllischen Senke im Harz, es muss ein atemberaubender Blick gewesen sein umgeben von Bäumen und Wald. Jetzt wirkt es irgendwie völlig fehl am Patz, als kalter Betonklotz.
Die riesige Eingangshalle wirkt noch immer hell und freundlich, auch wenn sie nur noch Farbe von Graffiti aufweisen kann. Ein sehr großer Saal schließt sich seitlich an, der für Veranstaltungen, wie Kinovorführungen und Tanzabende zur Verfügung stand. Die riesigen Fensterfronten ließen die Abendsonne teilhaben, was bestimmt toll anzusehen war. Die Bühne lässt sich nur noch mit viel Fantasie erahnen.
Geschwungene Steintreppen führten ins 1. und 2. Geschoß, wo sich die Zimmer für die Urlauber befanden. Insgesamt verfügte das Haus über 160 Betten, die stets und ständig ausgebucht waren. Von 2-4 Bett Zimmer war alles zu haben, denn Familienurlaub wurde unterstützt durch die Regierung und den Firmen.
Insgesamt verfügte das Ferienobjekt über 4 Etagen, die Bettenhäuser waren nach hinten verlagert, sodass, der Baustil einem U nachempfunden war, aber nicht gleich sichtbar.
Leider sind die Treppenaufgänge bereits sehr verfallen, die Entkernung des Gebäudes hat daran bestimmt eine Mitschuld getragen. Die einzelnen Zimmer waren praktisch und einfach eingerichtet, sie dienten eher der reinen Übernachtung, da die Menschen sich ja draußen in der Natur aufhalten sollten.

Sie hatten alle den selben Schnitt und unterschieden sich nur in der Größe, je nach Anzahl der Betten. Aber jedes Zimmer hatte einen kleinen Balkon, der die Schönheit des Waldes und des Harzes zeigte. So konnten die hart arbeitenden Bürger der DDR die Seele baumeln lassen.
Von den wunderschönen Eisgengeländern ist nichts geblieben, die wurden schon längst zu Geld gemacht. Der Gesamtanblick des Gebäudes ist erschütternd, man kann sich kaum noch vorstellen, wie schön es ihr einst mal war.
Laut Recherche soll es wohl jetzt verkauft sein und es wird erzählt, dass man vor hat, Luxuswohnungen daraus zu machen. Aber ob das Vorhaben gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Denn dieses denkmalgeschützte Objekt wieder in alten Glanz erstrahlen zu lassen, wird wohl ein Vermögen kosten.
Wer jetzt neugierig geworden ist, wie schön es in den 80er Jahren dort mal gewesen war...kleiner Tipp - die markante Bauform ist leicht zu finden. Einfach mal recherchieren und staunen. In dem aktuellen Zustand ist es ein beliebter Ort für Lost Place Gänger, die bereits vorher wissen - wie es zu Blütezeiten mal ausgesehen hat.
Meine Eltern und wir Kinder sind leider nie in den Genuss gekommen, dort einen Ferienplatz zu ergattern, aber ich sage mir, ich habe es jetzt besucht und dank meiner Fantasie trotzdem die Schönheit aus längst vergessenen Zeiten des Ortes gesehen.
Da pena lo destruidas que están. Te mando un beso.
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