Mittwoch, 28. Januar 2026

Viele vergessene Seelen Teil 3

Heute folgt nun der dritte und letzte Teil von dem aufgegebenen Friedhof den ich letztes Jahr im Spätherbst besuchte. Er war so dermaßen groß, dass es wahnsinnig viel zu entdecken gab, was ich nicht in einem Blogbeitrag verarbeiten konnte. So sind es am Ende 3 Teile mit wundervollen Fotoaufnahmen geworden. 

Dieser weiße Stein ist stark verwittert und dennoch sieht man viele schöne heraus gearbeitete Details, wie den Flügel des Engels auf der Frontseite. Mit dem Efeubewuchs hat er etwas märchenhaftes an sich und wirkt irgendwie verwunschen.

Kein Stein gleicht dem anderen, nur die Verwitterung haben sie gemeinsam, Inschriften sind längst nicht mehr zu erkennen, es sind einfach nur noch stumme Mahnmale.

Selten steht ein Stein noch kerzengerade, die Natur - genauer gesagt das wuchernde Efeu zwingt mit den vielen Jahren alles in die Knie und wird es am Ende komplett überwuchern und für das Augen nicht mehr sichtbar machen.

Glaseinsätze mit Gravuren der Verstorbenen schien auch mal im Trend gewesen zu sein vor sehr langer Zeit. Leider haben Wind und Wetter diese Scheiben längst zu Bruch gehen lassen, sodass man nur noch kleine Informationen zum Verstorbenen erhalten kann.

Eine meiner Lieblingsaufnahmen, die zeigt, wie Natur und massiver Stein eins werden über viele Jahrzehnte. Traurig auf der einen Seite aber wunderschön anzusehen auf der anderen. Da bekommt der Satz "Ewige Ruhe" gleich eine ganz besondere Bedeutung.

Stellenweise war mehr als ein Blick notwendig um die Schönheit eines Steines noch erkennen zu können. Als er damals im Trauerfall aufgestellt wurde, war er bestimmt an Pracht und Schönheit kaum zu überbieten.


Man konnte dem ein oder anderen Stein ansehen, dass hier doch gut betuchte Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben, denn auch heute noch sieht man, wie hochwertig manche die Steine waren, groß, edel, glänzend, für damalige Verhältnisse wahrscheinlich Luxus pur.


Als ich mich so durch das Dickicht kämpfte tauchten auf einmal zu  meiner Überraschung, ein sehr gepflegter Platz auf. Dabei handelt es sich um Gräber von Soldaten, die im ersten Weltkrieg gefallen sind. Hier zeigt auch heute noch jemand durch Mühe und Pflege, dass wir dieses dunkle Kapitel unserer Zeit nicht vergessen dürfen.


Mit Ehrfurcht stand ich voller Stille vor diesen Gräbern und stellte mir vor, wie damals die Nachricht an die Eltern/Ehefrauen überbracht wurde, dass der Mann/Sohn an der Front gefallen war. Sehr beeindruckend, dass jemand dieses Ort noch für die Nachwelt sichtbar erhält. 

Die letzte Aufnahme zeigt ein Kindergrab auf dem sogar noch verwilderte Blumen gedeihen und kräftig blühen im Spätherbst. Es sieht fast so aus, als würde es sich mit aller Macht gegen das Vergessen wehren. Einen Stein hat es nicht mehr und dennoch grenzt es sich deutlich von der Umgebung ab. Wie ein kleines Wunder an dieser längst vergessenen Ort.

Ich hoffe ihr habt diesen Rundgang wieder mit Interesse verfolgt und könnt meine Gedankengänge und Gefühle nach vollziehen. Ich werde diesen Ort garantiert nochmal besuchen, denn alles habe ich noch nicht erkundet, das Areal ist einfach zu riesig. Habt ihr Interesse an einem weiteren Teil zu diesem aufgegebenen Friedhof???


 


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