Als ich nach Ostern Urlaub hatte, habe ich mich mit meiner Schwester auf die Reise in die Vergangenheit begeben. Sogenannte "Lost Places" reizen mich schon seit Jahren und ich schaue sie mir unheimlich gern an. So haben wir dieses Mal ein altes verlassenes Gutshaus entdeckt, was wirklich wundervolle Fotomotive zu bieten hatte. Es steht im Herzen von Sachsen - Anhalt, leider konnte ich nicht wirklich viel über das Bauwerk in Erfahrung bringen - was Baujahr und Bewohner betrifft, deshalb lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen.
Es ist ein sehr großes Gebäude, mit 2 Etagen und mehreren Eingängen, ich schätze die ehemalige Wohnfläche auf mindestens 800 m². Komplett unterkellert, dieser steht aber unter Wasser, sodass wir ihn nicht besichtigen konnten.
Ausladende Seitenflügel mit großen Fenstern zeigen, wie stattlich das Gebäude mal war. Sah damals bestimmt richtig toll aus.
Mit einer waghalsigen Klettertour habe ich es geschafft, die 2. Etage von außen zu erklimmen, weil ich dieses runde Fenster unbedingt auf Foto festhalten wollte.
Eine geschwungene Steintreppe mit einem schön verzierten Geländer ziert den Haupteingang, darüber erreicht man die 2. Etage.
Die Zimmer sind ausladend und geziert von Stuckdecken, die in früherer Zeit den Wohlstand der Bewohner zeigten.
Fast jeder der Wohnräume verfügt über einen Kamin, einige sind von Massivholz umgeben, wie dieser hier:
Andere wiederum sind aus Keramik und in kräftigen Farben gehalten. zumindest haben die Bewohner damals nicht gefroren :-)
Leider ist das Dach mehr als undicht, sodass die Holzdielen in der 2. Etage sehr gelitten haben, was den Verfall aber wunderbar zeigt.
Auch einfache Kamine findet man in den Räumen, die aber in der heutigen Zeit wieder ihre Anhänger finden würden, nennen wir sie mal "zeitlos schön".
Jeder der Wohnräume verfügte wahrscheinlich über einen ausladenden Kronleuchter, die leider nicht mehr wirklich vorhanden sind. Einen konnte ich entdecken, am liebsten hätte ich ihn mitgenommen und wieder aufpoliert. Aber dies ist unter Lost-Places Gänger tabu, es wird nie etwas entwendet.
Die reichlichen Verzierungen, zeigen dass damals mit Liebe zu Detail dieses Haus gebaut und gestaltet wurde. Vor allem weil alle Räume durch die großen Fenster so hell und lichtdurchflutet sind.
Der Dachboden zeigt die riesen Größe des Gebäudes nochmal deutlich, aber wir haben nur eine Aufnahme aus der Ferne gemacht, da die Balken und der Fußboden nicht wirklich stabil wirkten.
Am wunderschönsten fand ich aber den Wintergarten, der von Mosaikfließen geziert einfach nur einladend aussah, auch heute noch. Er ist nach Osten ausgerichtet, und man könnte dort einen traumhaften Sonnenaufgang bestaunen.
Wir haben uns dort gut 3 Stunden aufgehalten und ich habe unglaubliche 50 Fotos gemacht. Mir fiel es wirklich sehr schwer, welche ich hier zeige um euch ein Gefühl zu geben, für dieses alte vergessene Bauwerk. Ich denke, wir hätten noch viel mehr entdecken können. Und zum Schluss folgt noch ein Foto von meiner Schwester und mir, damit ihr auch wisst, wer so verrückt ist und sich an solchen Orten rumtreibt 😉
Wir hatten unheimlich viel Spaß und haben uns vorgenommen, dass nun öfters zu machen bzw. regelmäßig, vielleicht einmal im Monat. Zu Entdecken gibt es genug, man muss nur die Augen offen halten.
Habt Ihr Interesse an solchen alten Bauwerken, die ihre eigene Geschichte erzählen und ihr Verfall regerecht fasziniert?